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Entfernung der Kastanienbäume vor der östlichen Stadtmauer in der Stadt Zons

Anfrage zur nächsten Sitzung des Kulturausschusses am 30.10.2012

Entfernung der Kastanienbäume vor der östlichen Stadtmauer in der Stadt Zons


Anfrage-Nr. 76/12

22.10.2012  / cw


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

 

mit Schreiben vom 11.10.2012 hat der Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e. V. im Hinblick auf die östliche Stadtmauer in der Stadt Zons den Antrag gestellt, “dass die Kastanienbäume vor der Ostmauer im Bereich zwischen den beiden Scharwachttürmen (Pfefferbüchsen) jetzt im Winter gefällt werden“.

 

Hermann Kienle, der Vorsitzende des Fördervereins und anerkannter Sachkenner von Zons, führt zur Begründung u. a. aus:

 

„Ende der 1980er Jahre wurden auf Veranlassung des damaligen Garten- und Friedhofsamtes vor der Ostmauer auf beiden Seiten des historischen Treidelpfades Kastanienbäume gepflanzt. Leider ist das Pflanzen der Kastanienbäume in diesem Bereich aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten eine Fehlentscheidung gewesen. Heute machen sich die Nachteile bemerkbar. Die inzwischen ca. 6 m hohen Bäume beschatten sehr stark die Rheinstraße mit der dortigen Häuserreihe. An Hausfassaden bilden sich grüne Bemoosungen. Der Baum unmittelbar an der Pfefferbüchse gegenüber dem Haus Rheinstraße 20 beschädigt mit den starken Ästen das Mauerwerk und das Dach. Ein entscheidender Punkt für die Entfernung der Bäume ist das im Rahmen der Denkmalpflege und des Gesamtbildes der mittelalterlichen Stadt der denkmalpflegerische Gesichtspunkt der „Sicht- und Blickbeziehungen“ auf die Stadtsilhouette.“

 

Wir teilen die Auffassung des Antragstellers, dass die Kastanienbäume an absolut falschen Standorten stehen und das Bild der historischen Altstadt Zons verfälschen. Zu keinem Zeitpunkt haben an dem alten östlichen Leinpfad Kastanienbäume gestanden und die sogenannte Schokoladenseite der Stadt verdeckt (siehe u.a. Hogenberger Schnitt von 1573).

 

Wir verweisen ergänzend auf die Argumente der Stadt Dormagen aus dem Jahr 1995, mit denen die Stadt die Anpflanzung von Kastanienbäumen auf dem Rheintorvorplatz abgelehnt hat. Die Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V. hatten 1994 und 1995 jeweils drei Kastanienbäume gekauft und wollten diese Bäume nach Vorgaben und in Absprache mit dem städtischen Grünflächenamt vor dem Rheintor (ehemaliger Gerichtsplatz) einpflanzen. Die schon angelieferten Bäume mussten dann kurzfristig am Sportplatz (1994) und auf dem Wallgraben (1995) eingepflanzt werden, weil nach Auffassung des Baudezernates das "mächtige Wurzelwerk" der Kastanienbäume die Grenzmauer beschädigt und die Aufpflasterung angehoben werde (Unfallgefahr).

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir an:

 

 

  1. Teilt der Denkmalschutzbeauftragte der Stadt Dormagen die Ansicht des Fördervereins Denkmalschutz Stadt Zons e. V. und die damit übereinstimmende, hier vertretene Ansicht, dass aus denkmalpflegerischer Sicht eine Entfernung der Kastanienbäume vor der östlichen Stadtmauer der Stadt Zons geboten ist?
  2. Wird der Kultur- und Sportbetrieb den Antrag des Fördervereins Denkmalschutz Stadt Zons e. V. unterstützen?
  3. Wie wird die Stadt Dormagen – Gesamtkonzern einschließlich der Technischen Betriebe Dormagen – mit dem Antrag des Fördervereins Denkmalschutz Stadt Zons e. V. weiter verfahren?
  4. Hat die Stadt Dormagen – Gesamtkonzern einschließlich der Technischen Betriebe Dormagen - bereits Planungen erstellen oder erste Vorstellungen entwickeln können, wo notwendige Ersatzpflanzungen vorgenommen werden können?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Reinhard Hauschild                                                               Karl Kress

Ratsmitglied                                                                       Ausschussmitglied